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Jahrgänge

Zweigeltreihe bearbeitet

Die Qualität des Weines wird bestimmt von drei wichtigen Faktoren. Die Lage und der Boden sind verantwortlich für den Charakter eines Weines, der Weinbauer für die Qualität im Sinne einer guten Verarbeitung der Trauben und der Jahrgang prägt die Persönlichkeit.

Wir versuchen in Weingarten und Keller Jahr für Jahr höchste Qualität zu erzielen, aber wir sind auch bestrebt, daß unsere Weine nicht uniform sind sondern klar den Jahrgang widerspiegeln. Damit Sie unsere Weine vielleicht besser verstehen können, möchten wir Ihnen die letzten Jahrgänge hier kurz beschreiben:

2017 – Entspannung ist angesagt

Das Frühjahr 2017 weckte böse Erinnerungen an das Vorjahr, aber sowohl Mitte April als auch am 10. Mai hatten wir ganz großes Glück und es gab keine Spätfrostschäden zu beklagen. Der Sommer war heiß und besonders trocken, bevor es jedoch zu ernsthaften Schäden an den Reben kommen konnte, erreichten uns immer wieder ein paar Tropfen Regen.

Spätestens Ende August zeichnete sich dann eine sehr entspannte Weinlese ab: Das trockene Wetter sorgte für gesunde, reife Trauben und die zu erwartende normale Erntemenge für gute Laune nach den Ausfällen 2016.

Weiß- und Rotweine sind sehr gehaltvoll und vielschichtig und lassen einiges für die Zukunft erwarten. Und überraschend früh konnten wir wieder eine Auslese vom Traminer und Welschriesling ernten.

2016 – Kleine Menge, große Qualität

2016 wird vor allem wegen der äußerst geringen Menge in Erinnerung bleiben. Gleich drei Frostnächte in der letzten Aprilwoche haben unsere Ernte um ein Drittel reduziert. Zum Glück sind solche Extremereignisse sehr selten.

Nach dem kalten Frühjahr starteten die Reben verspätet in den Sommer. Mehrere Hitzewellen bis hin zur Weinlese sicherten aber eine sehr gute Reife der Trauben und am Ende konnten wir zwar wenig, aber sehr sehr gute Qualitäten ernten.

Die Weißen haben eine klare Fruchtaromatik und eine schöne Säurestruktur für eine gute Entwicklung. Die Rotweine sind farbkräftig und gehaltvoll, und nach geduldigem Warten konnten wir auch wieder eine süße Auslese einbringen.

2015 – Heiß und trocken

Der Sommer 2015 war geprägt von ungezählten Hitzewellen, die von Ende Juni bis in den September über uns und unsere Weingärten rollten. Regen gab es dazwischen sehr wenig, aber die Wasserreserven in unseren humusreichen Böden aus dem nassen Vorjahr haben unsere Weingärten vor Trockenschäden bewahrt. Nur sehr vereinzelt konnte man an exponierten Stellen und in Junganlagen gestresste Stöcke finden.

Die Reife der Trauben machte enorme Fortschritte und wir konnten schon am 7. September mit der Weinlese beginnen. Wie 2014 drängte dabei auch 2015 die Zeit, allerdings aus ganz anderen Gründen. Im Vorjahr zwang uns die Fäulnis zu einer raschen Ernte und machte eine besonders sorgfältige Lese der Trauben notwendig. 2015 hingegen waren die Trauben nahezu perfekt, aber um auch leichte, erfrischende Weißweine keltern zu können, mußten wir sie rasch nach Hause holen. So konnten wir verhindern, dass der Zuckergehalt (und damit später der Alkohol im Wein) von Grünem Veltliner und Muskat Ottonel wesentlich höher ist, als gewohnt.

Wie schon die Trauben zeigen auch die Weißweine schöne, reife Fruchtaromen und sind dabei etwas milder als ihre knackigen Vorgänger aus 2014. Wenig überraschend sind die Rotweine noch eine Spur besser als die Weißen. Sie brauchen mehr Sonne und profitieren besonders von diesem Jahrhundertsommer. Nach entsprechender Reife könnte der Jahrgang 2015 zu den allerbesten zählen.

Als im Oktober, nach Abschluß der Hauptlese, endlich ausgiebiger Regen fiel, entwickelte sich in den verbliebenen Weingärten schöne Edelfäule und im milden November schrumpften die Beeren zu zwei außergewöhnlichen Süßweinen, die den Jahrgang komplett machen.

2014 – Das Jahr der fleißigen Hände

Nach einem milden Winter und einem durchschnittlichen Frühling hat es der Sommer 2014 nicht besonders gut mit uns Weinbauern gemeint. Von Ende Juli bis Anfang September fiel mehr Regen als normalerweise in einem halben Jahr. Die enormen Niederschlagsmengen ließen viele Beeren aufplatzen, in einigen Rieden noch verschlimmert durch einen Hagelschauer Anfang August. In manchen Weingärten war deshalb beinahe die Hälfte der Trauben von Fäulnis und Essigbakterien befallen, die bei der Ernte in mühevoller Kleinarbeit aussortiert werden mußten.

Dass wir auch 2014 saubere, fruchtbetonte Weine von guter Qualität keltern konnten, verdanken wir zum Großteil den fleißigen Händen unserer Lesehelfer. Herzlichen Dank für eure Ausdauer!

Die Weißweine erfreuen durch ihre etwas leichtere, besonders erfrischende Art und machen ebenso viel Freude wie die fruchtigen Roten. Für die gehaltvolleren Rotweine hat es 2014 nicht gereicht, aber dafür konnten wir mit extremem Selektionsaufwand am Ende der Ernte wieder eine süße Auslese keltern.

2013 – Trockener Sommer mit Happy End

Der Sommer 2013 wird wohl vielen in guter Erinnerung bleiben. Eine wochenlange Schönwetterperiode mit Temperaturen weit über 30°C ließ nicht nur Urlauberherzen höher schlagen. Für unsere Rebstöcke hingegen waren die vielen heißen Sommerwochen ohne nennenswerten Regen eine enorme Herausforderung. Nur die Wasserreserven im Boden aus dem schneereichen Winter und zwei kleinere Gewitter im August haben unsere Weingärten weitgehend vor Trockenschäden bewahrt.

Der lang ausbleibende Regen hat zum Glück lediglich die Erntemenge ein wenig reduziert, nicht aber die Qualität. Weil die Reben im kühlen Frühjahr besonders spät in die Saison gestartet sind, hat die Reife der Trauben nämlich erst nach Ende der Hitzeperiode richtig eingesetzt.

Auch wenn wir während der Haupternte wegen des unbeständigen Wetters einige kurze Pausen einlegen mußten, sind wir mit dem Jahrgang 2013 sehr zufrieden. Weiß- und Rotweine zeigen sich fruchtbetont und elegant und lassen Großes erwarten. Und zwei Monate nach dem Ende der Haupternte wurde Anfang Dezember dann auch noch unsere Geduld mit einer kleinen Menge Beerenauslese belohnt.

2012 – Ein Déjà-vu

Es ist ziemlich selten, dass zwei ähnliche – und vor allem ähnlich gute – Weinjahrgänge unmittelbar aufeinander folgen. Nach dem tollen 2011er meinte es die Natur aber auch 2012 besonders gut mit uns und bescherte uns erneut eine ausgezeichnete Ernte. Mußten wir im Jahr davor wegen der tiefen Temperaturen im Winter und im Mai um die Reben bangen, war es 2012 ein Hagelunwetter Anfang Juli. Zum Glück war der Schaden aber geringer als befürchtet, und die Freude über den Regen größer, als der Ärger über den Hagel.

Der heiße August beschleunigte die Traubenreife enorm, sodass wir schon am 3. September bei prächtigem, aber auch anstrengendem Badewetter mit der Weinlese beginnen konnten. Die Weißweine, bei denen es auf eine rasche Verarbeitung der Trauben ankommt, belohnen uns dafür mit einer ganz besonderen Eleganz. Und die Rotweine profitieren von der außergewöhnlichen Traubenreife.

2011 – Ein Herbst wie im Bilderbuch

Es ist wohl nicht besonders überraschend, wenn wir beim Jahrgang 2011 nach der wochenlangen Schönwetterperiode ab Anfang August regelrecht ins Schwärmen geraten. Dabei mußten wir am Anfang des Weinjahres um die Ernte fürchten, als die Temperaturen im Dezember 2010 auf -18°C fielen und die Eismänner im heurigen Mai 2011 für Spätfröste in tiefen Lagen sorgten.

Danach allerdings spielte uns das Wetter keine Streiche mehr, und die Reben entwickelten sich prächtig. Auf eine frühe Blüte der Weinstöcke folgte ein wenig spektakulärer Sommer mit genügend Regen Ende Juli. Der unglaubliche Spätsommer danach bescherte uns dann schließlich so reife Trauben wie selten. Anders als im Vorjahr stimmte 2011 auch der Ertrag, denn trotz geringfügiger Frostschäden in einem Weingarten konnten wir insgesamt eine durchschnittliche Erntemenge einbringen.

Die Weißweine sind naturgemäß milder als ihre Vorgänger, weisen aber eine durchaus balancierte Säurestruktur und trotz der hohen Temperaturen zur Reifezeit keine überhöhten Alkoholwerte auf.

Auch die Rotweine präsentieren sich sehr vielversprechend mit ausgeprägten Fruchtaromen und samtigen Tanninen. Dank der optimalen Traubenreife zählt 2011 sicherlich zu unseren besten Rotweinjahren. Für edelsüße Weine hingegen war der trockene Herbst nicht ideal, weil sich die dafür notwendige Edelfäule erst sehr spät entwickelte. Mitte November konnten wir aber dann doch noch eine schöne Auslese ernten.

2010 – Klein aber fein

Der Jahrgang 2010 wird wohl vor allem wegen der geringen Erntemenge in die heimische Weinbaugeschichte eingehen. Noch weniger Trauben gab es in unseren Weingärten bislang nur, wenn Frost oder Hagel den Ertrag dezimiert haben.

Davon blieben die Reben 2010 zwar verschont, aber der kühle Juni des Vorjahres mit seinem geringen Traubenansatz und das schlechte Blütewetter haben ihre Spuren hinterlassen. Ein Grund zur Unzufriedenheit ist das jedoch nicht, denn eine normale oder gar große Ernte hätte sicher zu Einbußen bei der Qualität geführt. Schließlich war der Sommer 2010 nicht gerade wie aus dem Bilderbuch.

Dank der natürlichen Ertragskorrektur konnten wir aber auch 2010 reife und gesunde Trauben ernten. Die Lese begann am 14. September mit dem Muskat und endete nach mehreren Pausen am 8. Oktober.

Die Weißen 2010er präsentieren sich sehr fruchtbetont und frisch. Noch mehr als die 2009er zeichnen sie sich durch eine lebendige Säurestruktur und einen etwas niedrigeren Alkoholgehalt aus. Pinot blanc und Chardonnay verfügen trotzdem über genügend Rückgrat für eine jahrelange Flaschenreife, ebenso wie unser trocken ausgebauter Traminer „Ober dem Mühlweg“.

Auch die leichteren Rotweine sind sehr vielversprechend und werden nach der Faßreife an die Qualität ihrer Vorgänger anschließen können. Wegen der geringen Erntemenge und der späten Reife werden wir jedoch keine Rote Trilogie und keinen Cabernet Sauvignon 2010 in Verkauf bringen.

2009 – Spitzenklasse bei geringer Menge

Nach einem strengen Winter mit einer wochenlangen Eisdecke auf dem Neusiedlersee und einem milden Frühjahr begann die Rebblüte 2009 so früh wie selten zuvor. Ein Wetterumschwung in den letzten Maitagen führte aber zu einer schlechten Befruchtung mancher Sorten und Lagen und bescherte uns die geringste Erntemenge seit vielen Jahren.

Die verbliebenen Trauben entwickelten sich prächtig und profitierten von einer nahezu idealen Mischung aus Sonne und gelegentlichen Regenschauern im Juli und August. Mit dem Erntebeginn kehrte für mehrere Wochen stabiles, trockenes Spätssommerwetter in Mörbisch ein und ermöglichte eine entspannte Lese jeder Sorte zum idealen Reifezeitpunkt zwischen Ende August und Mitte Oktober.

Wie in allen etwas kühleren Jahren zeigen die Weißweine auch 2009 besonders feine Fruchtaromen und ein schönes Säurespiel. Darüber hinaus profitieren sie vom geringeren Ertrag und sind besonders ausdrucksstark.

Die Rotweine bestechen mit ihrer tiefdunklen Farbe und zeigen bei aller Fülle, die besonders reife Trauben mit sich bringen eine wunderbare Harmonie. Neben Blaufränkisch und Zweigelt ist auch der spätreife Cabernet Sauvignon 2009 besonders vielversprechend.

Nach Abschluß der Hauptlese gelang es uns im Oktober schließlich sogar eine wunderschöne Auslese von Pinot blanc und Traminer zu ernten. Damit zählt 2009 zu den seltenen Jahren mit Spitzenweinen in allen drei Kategorien weiß, rot und süß.

2008 – Gute Arbeit wird belohnt

Das Jahr 2008 wird wohl als eines der regenreichsten in die Geschichte eingehen. Vor allem im Juni und im Juli folgte auf drei oder vier Tage mit schönem Wetter regelmäßig ein Gewitter oder ein ausgiebiger Regenschauer. Zum Glück blieben wir in Mörbisch aber von den weit verbreiteten Hagelschlägen verschont.

Die gute Wasserversorgung ließ die Reben besonders üppig wachsen. Selten war so viel Aufwand notwendig, um die Triebe in geordnete Bahnen zu lenken und damit den wetterbedingt besonders gefährlichen Mehltau- und Fäulniserkrankungen vorzubeugen.

Auch die Trauben wuchsen kräftig, und wer den Ertrag nicht rechtzeitig auf ein vernünftiges Ausmaß reduziert hatte, konnte kaum vom wunderschönen Spätsommer zwischen Mitte August und Mitte September profitieren.

Unsere sorgfältige Weingartenpflege wurde hingegen belohnt. Die Weißweine zeichnen sich durch angenehme Fruchtaromen und eine lebendige Säurestruktur aus. Einige von ihnen zählen zu den schönsten, die wir je ernten konnten.

Auch die Rotweine präsentieren sich durchaus vielversprechend. Unsere beiden Hauptsorten Blaufränkisch und Zweigelt machen uns schon in ihrer Jugend in allen Varianten von fruchtig-elegant bis kraftvoll und komplex sehr viel Freude. Der Cabernet hingegen scheint sich sehr langsam zu entwickeln.

2007 – So früh wie nie zuvor

Das Weinjahr 2007 war von Anfang an spannend und ungewöhnlich. Nach einem Winter, der ein Frühling war, entwickelten sich die Reben so rasant wie nie zuvor. Bis zum Beginn der Traubenreife betrug der Vegetationsvorsprung der Weinstöcke ähnlich wie schon 2003 mehrere Wochen.

Mit beinahe 40°C brachte der Juli dann auch noch rekordverdächtige Temperaturen, und ein Jahr mit hohen Zuckergraden und wenig Säure in den Trauben schien sich abzuzeichnen. Kurz vor der Hauptlese wurde es aber (anders als 2003) deutlich kühler, und wir mußten die Ernte mehrmals wegen ergiebiger Regenfälle unterbrechen.

Auch wenn es paradox erscheint, konnte der Großteil der Weißweine von diesem Wetterumschwung profitieren. Entgegen den Befürchtungen nach dem trockenen, heißen Sommer zeigen sich die Weine nämlich sehr feingliedrig und ausgewogen.

Der kurze Altweibersommer im September verhalf dann auch noch den späten Rotweinsorten zur nötigen Reife. Zweigelt, Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon präsentieren sich elegant und mit angenehmer Tanninstruktur.

2006 – Unverhofft ein großer Jahrgang

Das Jahr 2006 verlief von Anfang an äußerst abwechslungsreich. War das Frühjahr bis Anfang Juni kalt und feucht, so setzte praktisch übergangslos pünktlich zur Rebblüte der Hochsommer ein. Ebenso unerwartet hielt Anfang August ungewöhnlich feucht-kühles Wetter Einzug, auf das im September und Oktober ein grandioser Altweibersommer folgte, der an das Jahr 1997 erinnerte.

Dieses Auf und Ab machte es uns schwer, vor der Ernte die Entwicklung der Trauben richtig einzuschätzen. So wurden wir in fast jedem Weingarten beim Lesebeginn von der hohen Reife der Trauben angenehm überrascht. Anders als sonst wurden 2006 fast alle Sorten gleichzeitig reif. Die Lese verlief daher besonders turbulent und war sowohl für die Lesehelfer wie auch für die Kellermeister so anstrengend wie schon lange nicht.

Umso erfreulicher ist es, daß die Natur diese Mühe mit grandiosen Weinen belohnt hat. Das Jahr 2006 zählt zu den seltenen Jahrgängen, die Weiß-, Rot- und Süßweine in Spitzenqualität und zufriedenstellender Menge erbracht haben.

Die Weißweine verbinden den Fruchtcharme und Körper ausgereifter Trauben mit einer eleganten Säurestruktur. Auch die Edelsüßen profitieren davon und sind besonders feingliedrig und ausgewogen. Neben einer Auslese vom Traminer und Pinot blanc konnten wir nach einigen Jahren des Wartens auch endlich wieder eine Beerenauslese ernten.

Die Roten sind den hervorragenden 2004ern ähnlich: Kraftvoll und mit ausgereiften Tanninen, dabei aber nicht überladen, sondern harmonisch und animierend.

2005 – Klein aber fein

Das Weinjahr 2005 war eine große Herausforderung. Nach einem langen Winter starteten die Reben mit zwei bis drei Wochen Verspätung in die neue Saison. Der Juni war feucht und kalt, sodaß viele Trauben während der Blüte nicht befruchtet wurden. Damit war der Grundstein für eine deutlich geringere Erntemenge gelegt, was sich aber bald als großer Vorteil erwies. Trotz des kühlen Wetters konnten die wenig belasteten Rebstöcke nämlich einen Teil des Reiferückstandes im Sommer gut aufholen.

Der Regen Ende August war im Burgenland deutlich weniger ergiebig, als in anderen Gebieten. Dank sorgfältiger und heuer besonders intensiver Laubarbeit, die ein rasches Abtrocknen der Trauben durch Sonne und Wind ermöglicht, hielt sich der Fäulnisbefall in unseren Weingärten in Grenzen.

Trotzdem war es bei fast allen Sorten notwendig, die Trauben bei der Lese mühsam von Hand zu sortieren. Beim Zweigelt landeten dabei bis zu einem Drittel der Trauben auf dem Boden, weil Sie unseren Qualitätsansprüchen nicht genügten.

Sowohl die Weißweine als auch die Roten sind leichter als in den letzten Jahren. Mit ihrer betont fruchtigen Art und einer eleganten Säurestruktur sind die Weißen den hervor-ragenden 2004ern ähnlich. Die Rotweine zeigen angenehme Beerenaromen und ausgereifte, weiche Tannine.

Zu guter letzt konnten wir heuer auch wieder zwei edle Süßweine ernten. Der Jahrgang 2005 bescherte uns eine Traminer Spätlese und eine kleine Menge Auslese vom Pinot blanc.

2004 – Fruchtigkeit und Eleganz

Jahr für Jahr stellt die Natur die Weinbauern vor neue Herausforderungen. Dabei ist jeder Jahrgang anders, aber so groß wie 2004 war der Kontrast zum Vorjahr noch nie.

Das kühle und feuchte Frühjahr bescherte uns eine Verspätung von fast drei Wochen gegenüber 2003. Verglichen mit dem langjährigen Durchschnitt bedeutet das allerdings nur eine Verzögerung von wenigen Tagen. Aber der verregnete Frühling hatte auch sein Gutes. Der Wasserspiegel des Neusiedlersees, der im Vorjahr bedrohlich gesunken war, erreichte fast wieder sein Normalniveau. Dabei hatten Pessimisten schon ein Austrocknen des Sees mit verhängnisvollen Folgen für die Natur und das Mikroklima in unseren Weingärten, wie das letzte Mal vor über 100 Jahren, befürchtet.

Ende Juni begann der Sommer dann doch noch. Die Trauben entwickelten sich prächtig mit etwas kleineren Beeren als in den letzten Jahren. Der August war sonnig, aber nicht zu heiß, und auf eine feuchtere Wetterphase Anfang September folgte schließlich ein schöner Altweibersommer.

Die Weinlese begann am 27. September, dem Geburtstag von Gerhard Fiedler. Mit Unterbrechungen dauerte sie genau einen Monat und endete am Nationalfeiertag mit der Lese des Cabernet Sauvignon.

Das kühle, aber trockene und sonnige Wetter im Oktober bescherte uns perfekt ausgereifte Trauben mit harmonischer Säure und ausgeprägten Fruchtaromen. Die Weißweine wirken dadurch besonders elegant und zählen zu den besten den letzten Jahre. Auch die Roten sind sehr vielversprechend. Sie sind noch dunkler als in den letzten Jahren und erinnern in ihrer feingliedrigen Art an die hochgeschätzten 2002er.

Obwohl die Stare in einigen Weingärten einen beträchtlichen Schaden verursacht haben, war die Erntemenge insgesamt durchaus zufriedenstellend. 2004 ist also ein durchwegs erfreulicher Jahrgang.

2003 – Das Jahr der Superlativen

Das Weinjahr 2003 war von Beginn an außergewöhnlich. Der Winter war lang und kalt und ließ den Neusiedlersee über Monate hinweg zufrieren. Erst spät, aber dafür umso beeindruckender begann der Frühling. Bei sommerlichen Temperaturen bereits im Mai entwickelten sich die Weinreben in einem atemberaubenden Tempo.

Auf die zweitfrüheste Weinblüte seit Menschengedenken folgte der heißeste und trockenste Sommer seit es Wetteraufzeichnungen gibt. Wochenlang kletterte das Thermometer auf Höchsttemperaturen über 30 oder gar 35°C.

Mitte Juli konnte man bereits die ersten Trauben verkosten und die Hitze im August führte schließlich zur frühesten Weinlese aller Zeiten. Das enorme Wachstum der Reben im Frühjahr verlangte uns besondere Anstrengungen ab. Nur mit Müh´ und Not konnten wir alle Weingartenarbeiten im Mai und im Juni zeitgerecht durchführen.

Ab Ende Juni bremste die zunehmende Trockenheit das Wachstum der Pflanzen. Während die alten Rebstöcke mit ihren metertiefen Wurzeln den ganzen Sommer über genug Wasser und Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen konnten, waren die jüngeren Weingärten stark gefährdet.

Um die Reben zu schonen war im Interesse der Weinqualität heuer ein besonders intensives „Ausdünnen“ der Trauben notwendig. Dabei wurden je nach Sorte und Alter des Weingartens bis zu 70% der Trauben vor dem Reifebeginn weggeschnitten.

Die verbleibenden Trauben erreichten trotz Trockenheit sehr früh ihre volle Reife und bereits Ende August war es notwendig, mit der Weinlese zu beginnen. Um die Weißweine trotz des heißen Wetters halbwegs kühl in den Keller zu bringen, wurden sie an manchen Tagen nur in den frühen Morgenstunden gelesen und in der Hitze des Tages der robustere Rotwein. Zusätzlich wurden die Trauben und der Most im Keller gekühlt.

Durch die zeitgerechte Lese und eine kühle und rasche Verarbeitung der Trauben konnten wir auch im Hitzejahr 2003 fruchtig-frische Weißweine mit harmonischem Säurespiel keltern. Damit schließen sie nahtlos an die 2002er an. Knapp ein Monat nach der Hauptlese schenkte uns die Natur Ende Oktober zum Abschluß eine feine Auslese aus der Sorte Bouviertraube.

Wie schon 2000 und 2002 konnten auch 2003 die Rotweine besonders vom schönen Sommer profitieren. Tiefdunkel in der Farbe, intensiv im Geschmack und mit wunderbar weichen Tanninen ausgestattet, zählen sie zum besten, das wir jemals im Keller hatten.

2002 – Glück im Jahr der Wetterkapriolen

Das Jahr 2002 wird uns allen als das Jahr der Wetterkapriolen in Erinnerung bleiben: Hochsommerliche Temperaturen im Frühjahr, zum Teil extreme Trockenheit im Juli und dann das Jahrhunderthochwasser im August. Gewitter mit Hagel, Sturmböen und ein frühlingshafter November runden dieses Bild noch ab.

Viele dieser Großwetterlagen kommen von Westen oder Süden auf Österreich zu und werden von den Alpen soweit gebremst, daß das Burgenland nur noch von abgeschwächten Ausläufern erreicht wird. So hielt sich der Hagelschaden vom 21. Juli in Grenzen und die Trockenheit führte zwar zu einer etwas kleineren Erntemenge, aber zu keinerlei Qualitätseinbußen. Da es im August weit weniger regnete als in anderen Gegenden, begann sich ein guter Jahrgang abzuzeichnen.

Wir starteten die Lese bereits am 4. September mit dem Traubensaft und unserem Grünen Veltliner. Bis Ende des Monats folgten mit einigen Unterbrechungen der Zweigelt, Muskat Ottonel und die weiteren Weißweinsorten. Das stabile und trockene Wetter sorgte dabei für besonders reife und gesunde Trauben und für beste Erntebedingungen.

Nach einigen kühlen Tagen kehrte Anfang Oktober das schöne Wetter zurück. Rechtzeitig vor dem raschen Ende dieses „Altweibersommers“ brachten wir Blaufränkisch, Cabernet und eine Spätlese vom Traminer nach Hause.

Die Weißweine haben besonders von der gestaffelten Lese profitiert, noch besser sind allerdings die Roten gelungen. Sie vereinen die Kraft und Komplexität von reifen Trauben mit der Eleganz und Feinheit die kühle, langsam gereifte Jahrgänge typisch ist.

2001 – Nervenaufreibend, aber gut

Die Weinlese 2001 war ziemlich nervenaufreibend und umso mehr freuten wir uns über ihren erfolgreichen Abschluß am 12. Oktober. Mit seiner feucht-kühlen Witterung jagte uns der September einen gehörigen Schrecken ein, von dem wir uns erst im außergewöhnlich warmen und trockenen Oktober erholen konnten. Wäre die Reife der Trauben im August nicht bereits so weit fortgeschritten und hätte uns der Oktober auch im Stich gelassen, dann hätten wir wohl keine guten Nachrichten über den neuen Jahrgang präsentieren können…

Das Weinjahr 2001 zählt letztlich aber nicht nur zu den aufregendsten der letzten Zeit, sondern auch zu den qualitativ guten Ernten. An den sonnigen Tagen Ende September und Anfang Oktober nahm die Reife der Trauben rasch zu und erreichte das Niveau der letzten Jahre. Um den besonderen Umständen Rechnung zu tragen, scheuten wir keine Mühen. So ernteten wir sowohl beim Blaufränkisch als auch beim Chardonnay die Trauben der Sonnenseite getrennt von den nicht ganz so reifen und teilweise vom Hagel verletzten Trauben auf der Schattenseite der Rebstöcke.

Die Weißweine haben sich gut entwickelt und bewegen sich durchwegs auf dem gewohnten Niveau. Die Roten sind etwas schlanker als ihre Vorgänger aus dem Jahr 2000, dabei aber bei weitem nicht unreif oder dünn. Als süßen Abschluß konnten wir auch wieder eine Spätlese vom Traminer ernten.

2000 – Eine runde Sache

Wie die Jahreszahl 2000 ist auch der Weinjahrgang 2000 etwas ganz besonderes geworden. Ein außergewöhnlich warmer und trockener Frühling mit bis zu 35°C im Mai und im Juni brachte uns einen Vegetationsvorsprung von drei Wochen gegenüber den letzten Jahren. Als Ende Juni die Wasserreserven im Boden endgültig aufgebraucht waren, brachte der kühle und regenreiche Juli ausreichend Nachschub, um die Reben zu versorgen.

Die Reife der Trauben schritt rasch voran, und bereits Ende August mußten wir Vorbereitungen für die Weinlese treffen. Schließlich begannen wir am 4. September mit der Ernte, einen Tag nach unseren Tagen der offenen Kellertür, zwei Wochen früher als 1999.

Die Weißweine sind sehr fruchtbetont und ausgewogen. Durch die frühe Reife sind sie etwas milder, zeigen aber trotzdem eine schöne Harmonie am Gaumen. Von der hohen Reife der Trauben profitieren natürlich ganz besonders die Rotweine. Sie sind außergewöhnlich gehaltvoll und zeigten bereits als Jungweine eine ausgewogen samtige Tanninstruktur, lassen aber auch auf eine lange Entwicklung in der Flasche hoffen.

1999

Der Sommer mit viel Sonne aber auch ausreichend Feuchtigkeit für die Rebstöcke wurde Ende August von einer feuchtkühlen Wetterphase unterbrochen, ehe er im September ein traumhaftes Comeback feierte. Die Traubenreife war enorm und sowohl die Weißweine als auch die Rotweine sind von außergewöhnlicher Qualität und Lagerfähigkeit. Vor allem die Rotweine zählen zu den besten, die je im Burgenland gewachsen sind.

1998

Unbeschadet überstanden die Reben den Winter, und ein warmes Frühjahr bewirkte, daß die Rebblüte bereits Ende Mai in vollem Gange war. Der anschließende Sommer ließ die Trauben so früh reif werden wie selten, aber ab September setzte eine mehrwöchige Regenperiode ein, die die Lese zum Gedulspiel machte. Trotz allem sind die Weißweine dicht und inhaltsreich und von einer reifen Aromastruktur geprägt. Die Rotweine zeichnen sich durch ein ausgesprochen samtiges Tannin aus, erreichen bereits früh ihre Trinkreife und sind auch für eine mittelfristige Lagerung geeignet.

1997

Nach einem späten Austrieb folgte ein warmer Mai, ein regnerischer Juli und eine lange trockene Schönwetterperiode von August bis Oktober. Die Trauben konnten voll ausreifen, und so präsentieren sich die Weißweine etwas kräftiger als gewohnt, inhaltsreich und durch ihre reife Säurestruktur sehr lagerfähig. Die Rotweine sind sehr farbintensiv, dicht und geschmeidig, früh trinkbar aber trotzdem sehr lagerfähig. Wegen des trockenen Wetters gab es kaum Edelfäule für hochgradige Süßweine, aber schöne Spät- und Auslesen.

Informationen zu einzelnen älteren Jahrgängen finden Sie hier.

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